Deutsche Männer wollen Lena Meyer-Landrut als Sexpuppe

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Deutsche Männer wollen Lena Meyer-Landrut als Sexpuppe


Der Markt boomt: Immer mehr Männer geben Geld für Sexspielzeug aus. Dabei ist das Angebot so vielfältig wie die Bedürfnisse. Neben Masturbatoren, Anal-Toys und Penispumpen stehen neuerdings auch Sexpuppen hoch im Kurs. Was hat es auf sich mit diesen lebensechten Puppen aus hautähnlichem Material, die preislich zwischen 1.000 und 10.000 Euro liegen? Mit den aufblasbaren Monstern, die landläufig als „Gummipuppe“ tituliert werden hat das alles jedenfalls nichts mehr zu tun. Aufblasbare Modelle gibt es heutzutage allenfalls noch als Gaggeschenk zum Junggesellenabschied. Wer heute eine Sexpuppe kauft, kauft ein konfigurierbares High-Tech-Produkt, dessen Anschaffung entsprechend ins Geld geht.
Aber gibt es in Deutschland tatsächlich einen Markt für derart teure Puppen-Doktorspiele? Ralph Belger ist Geschäftsführer von Realdoll24, dem führenden online-Versandhandel für Sexpuppen. Er sagt: "Vor allem Männer sind an den Real Dolls interessiert, was daran liegt, dass der Sexspielzeugmarkt erstmalig ein ganzheitliches, körperliches Erlebnis bietet."
Diese Aussage wollte die Erotik-Community JOYclub überprüfen und befragte 5.000 ihrer männlichen Mitglieder. Ergebnis: 57,3 Prozent der deutschen Männer, also gut jeder zweite, würden gerne mal mit einer Real Doll intim werden.

Lebensechtes Aussehen, Preis und einfache Reinigung entscheidend


Bei der Ausstattung der Sexpuppen sind nach oben hin sind kaum Grenzen gesetzt. Vielleicht ist auch das ein klassisches Männerthema, beim Auto ist es schließlich ähnlich. Wer das nötige Kleingeld mitbringt, kann schon heute Real Dolls mit integrierter Heizung oder künstlicher Intelligenz erwerben. Aus Kalifornien kommt ein Modell, das nach Herstellerangaben intelligenter als der Apple-Bot Siri ist, sich den Namen seines Besitzers (oder soll man „Partners“ sagen?) merken kann und abends fragt, wie der Tag so war. Was für manche abschreckend klingt, ist für andere wohl ein Kaufargument.
Aber welche Kriterien sind für Männer wirklich entscheidend, damit sie sich mit einer Silikonfrau ins Bett legen würden? Für fast die Hälfte der Befragten, nämlich 48,2 Prozent, ist ein möglichst lebensechtes Aussehen das wichtigste Kriterium. Knapp dahinter mit 43 Prozent kommt ein gutes Preis-Leistungsverhältnis – der Deutsche schaut aufs Geld, auch und gerade bei teuren Anschaffungen und sogar im Schlafzimmer. Auf Platz drei folgt mit 28,5 Prozent der praktische Gedanke: die einfache Pflege und Reinigung.
Was sind die Gründe für den Kauf einer Real Doll? Die Befragten sehen als Hauptmotive Einsamkeit (58,3 Prozent), Selbstbefriedigungsalternative (54 Prozent) und Experimentierfreude (46,3 Prozent). Über die Hälfte der Männer könnten sich übrigens einen Dreier mit ihrer Partnerin und einer Real Doll vorstellen. Was die jeweilige Partnerin dazu sagt, war nicht Bestandteil der Frage.

Männer wünschen sich Lena Meyer-Landrut


Immer mehr Sexpuppen werden mittlerweile nach realen Vorbildern gestaltet. Die Studie fragte Männer danach, welche deutsche Prominente sie am Liebsten im Real-Doll-Format neben sich liegen hätten. Drei (einander sehr unähnliche) Favoritinnen kristallisierten sich heraus: Mit 12,6 Prozent landet Popstar Lena Meyer-Landrut ganz oben auf der Wunschliste des deutschen Mannes. Auf den Plätzen zwei und drei der Real-Doll-Fantasien folgen die für ihre rote Mähne bekannte Moderatorin und Schauspielerin Palina Rojinski (8,1 Prozent) und Sängerin Helene Fischer (7,6 Prozent).
Man kann das alles neutral verfolgen, man kann es positiv oder als interessante Innovation sehen. Claudia Elizabeth Huber ist Sexualcoach und steht den Hightech-Sexpuppen dagegen kritisch gegenüber: "Die Empathiefähigkeit und das Kommunizieren wird in der Sexualität immer schwieriger. Eine Puppe ist zum 'Abreagieren' da und widerspricht nicht, sie hat auch keine eigenen Wünsche. Ein Mensch aber schon. Und da drohen bedeutende zwischenmenschliche Probleme."
Anders sieht das Hubers Kollegin Doris Kaiser. Sie ist Sexualberaterin für Frauen in Linz.. Die Puppen hätten therapeutisches Potential "für Menschen mit Sozialphobien, mit Handicap oder Menschen, die aus anderen Gründen ihre Sexualität nicht mit anderen Menschen leben können."



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