Istanbul ein Reiseziel für das ganze Jahr (1)

Wer eine Städtereise im Winter plant, der ist in Istanbul gut aufgehoben.


Schnell mal weg aus dem grauen deutschen Winter? Keine Lust auf Ski und Rodel? Wer sich nach Sonne und angenehmen Temperaturen, nach Kunst und Kultur, Shoppingmöglichkeiten in modernen Einkaufszentren oder auf orientalisch anmutenden Basaren sehnt und nur ein paar Tage zur Verfügung hat, sollte sich für einen Kurztrip nach Istanbul entscheiden.
Die Stadt punktet vor allem mit der schnellen und unkomplizierten Erreichbarkeit. Von allen größeren deutschen Flughäfen wird  Istanbul mehrmals am Tag angeflogen. Für jeden Geldbeutel sind Unterkünfte und gastronomische Angebote verfügbar.  
Die Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen zum Teil sehr nah beieinander, sind problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Historienfans und Shoppingliebhaber kommen ebenso auf ihre Kosten, wie Museumsbesucher und Liebhaber der türkischen Küche.
Wer sich für eine Reise nach Istanbul entscheidet,  sollte sich vorab darüber im Klaren sein, dass es unmöglich ist, einen umfassenden Überblick über das Leben und die Historie dieser faszinierenden Millionenmetropole zu erlangen. Selbst die wichtigsten zahlreichen Museen, Paläste, Moscheen in kurzer Zeit zu besichtigen, ist eigentlich nicht möglich und kann nur einen oberflächlichen Eindruck von der Stadt auf den zwei Kontinenten vermitteln. Zu vielfältig sind die  verschiedenen Gesichter der Stadt und die Menschen, die in ihr leben. Weniger ist in dem Fall mehr.
Einen guten Überblick über die enorme Ausdehnung von Istanbul bekommt man, wenn man sich der Stadt von der Wasserseite nähert.  Man kann mit einer „Bosporus Tour“ starten. Anbieter finden die Besucher sowohl auf der asiatischen Seite der Stadt, zum Beispiel in Üsküdar oder Kadiköy, als auch auf der europäischen Seite, zum Beispiel in Eminönü oder Beşiktaş. Es gibt größere und kleinere Anbieter. Selbst wenn Sie die Unternehmen nicht finden, sorgen Sie sich  nicht! Sie werden von den Mitarbeitern  der verschiedenen Touranbieter gefunden werden! ????  Entscheiden Sie sich je nach Zeit und Laune für eine längere oder kürzere Strecke.
Wer in Eminönü seine Erkundung beginnt, wird vielleicht mit  einer kurzen Fahrt auf dem Bosporus starten und  sich dann  auf dem Gewürzbasar, der auch “Ägyptischer Basar” genannt wird,  vom orienlalischen Zauber der Stadt einfangen lassen.  Zeifelsfrei ist das Gebäude des Basares beeindruckend, der Duft nach den vielen Gewürzen versetzt sie sofort in den Orient.
Nach all dem Trubel erscheint die kleine Rüstem Pascha Moschee, die sich in einer Seitenstraße des Gewürzbasares befindet , wie eine Oase der Ruhe. Im Moment ( Januar 2010 ) wird sie restauriert. Am Beginn dieser Seitenstraße, vom Basargebäude aus gesehen, wird sie der Duft frisch gemahlenen Kaffees in der Nase kitzeln. Hier befindet sich einer der berühmtesten Kaffeehändler. Die Länge der Kundenschlange ist oft beachtlich und  macht es deutlich- Kaffee gehört  ganz klar zu den türkischen “ Grundnahrungsmitteln”. Man trinkt ihn süß, halbsüß, mit wenig Zucker oder ganz ohne Zucker. Serviert wird er mit einem Glas Wasser. Zubereitet wird er in einem Kännchen, dass “cezve” heißt. Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit, wenn Sie einen türkischen Kaffee trinken. Sie genießen  türkische Lebensart.
Ich empfehle danach unbedingt durch die belebten Nebenstraßen, die engen  Gassen und Gässchen des Basars zu streifen. Mutige sollten versuchen, sich in Richtung “Großer Basar” durch die Gassen “bergauf” zu bewegen.
Die Regel lautet: Merken sie sich, in welcher Richtung das Wasser liegt, fragen Sie im Zweifelsfall nach “Eminönü”, dem Stadtteil mit den zahlreichen Fähranlegern. 
Sie werden bald feststellen, dass dem Basar ein System innewohnt, auch , wenn es sich Ihnen vielleicht nicht sofort erschließt. Der Basar gliedert sich nämlich nach Produkten, Es gibt die Verkäufer von Textilien, von Haushaltswaren, von Nähzubehör. Es gibt die Brautausstatter, die Goldverkäufer und so weiter. Man sagt, was man auf dem Basar in Istanbul nicht findet, das gibt es überhaupt nicht.
Noch heute ist das gesamte Basarviertel durchzogen von Werkstätten und  alten Herbergen, den “Haneler”, die einmal zum Schutz der Händler, der Tiere und der Waren eingerichtet wurden. Einheimische und Fremde nutzen dieses riesige “Openair – Einkaufszentrum“. Anschauen, handeln, einkaufen . Das Basarviertel  lebt und gehört nach meiner Meinung zu den Plätzen die man unbedingt gesehen haben muss, wenn man Istanbul das erste Mal besucht.
 



1 Kommentare

Huerrem 1 month ago

Der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen! Die Rüstem Pascha Moschee wurde während meines Besuchs im Januar 2020 noch restauriert. 2010 ist nicht richtig. H.