Senioren betreut Sammelschiffchen für die DGzRS

Margrit Vürst ist seit 32 Jahren als ehrenamtliche Helferin für die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aktiv


Bremerhaven „Zu Anfang war das eigentlich ziemlich kriminell hier , wir hatten über 300 Schiffchen stehen bis in die Nachbarorte, erzählt Margrit Vürst, die seit 32 Jahren als ehrenamtliche Helferin für die Seenotretter der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ aktiv ist. „Die meisten Schiffchen standen im Rotlichtviertel“, ergänzt der Erste Vormann (Kapitän) Ulrich Fader. An Bord des Rettungskreuzers Hermann Rudolf Meyer, der im Alten Vorhafen in Höhe des Lotsengebäudes stationiert ist, berichtet die 86-jährige Geestländerin über ihre Erlebnisse. Sie war im nördlichen Bereich der Seestadt dafür zuständig, regelmäßig die Schiffchen zu leeren, die zur Unterstützung der DGzRS aufgestellt waren. „Einer meiner ersten Einsätze war im stadtbekannten „Monopol“ nahe Flötenkiel. Es war dort sehr schummrig und so saß ich dann mit Taschenlampe an der Bar zwischen den jungen Mädchen und habe das Geld gezählt“, erinnert sich Frau Vürst schmunzelnd. Inzwischen sei die Anzahl der Schiffchen geschrumpft, im Rotlichtviertel gäbe es nur noch eins. Sie und weitere rund 12 Ehrenamtliche sind in Bremerhaven bei der Betreuung der Schiffchen oder bei Veranstaltungen, wie der Sail, für die DGzRS im Einsatz. Dabei seien allein durch ihre Hände in den letzten zehn Jahren rund 77.000 Euro der Organisation zugeflossen, erzählt Frau Vürst. Zu den Seenotrettern sei sie über ihren Mann gekommen, der als Seelotse öfter mal mit ihnen zu tun hatte. Von 1988 bis 2008 ist sie zweimal in der Woche auf der „Helgoland“ mitgefahren, um an Bord für die DGzRS zu sammeln. Sogar auf einem Containerschiff, das Bremerhaven alle vier Wochen anlief, hatte Frau Vürst schon ein Schiffchen stationiert. „Heute gibt es kaum noch deutsche Besatzungen auf den Schiffen, damit hat sich ein Wandel vollzogen. Ich glaube nicht, dass einen Fillipino die deutsche Seenotrettung interessiert“, erzählt Vormann Fader. So habe es zu Beginn seiner seemännischen Laufbahn von den Kapitänen bei kleinen „Vergehen“ immer die Order gegeben, „jetzt aber zwei Mark ins Schiffchen!“ Margrit Vürst fühlt sich mit der Crew des Rettungskreuzers freundschaftlich verbunden. Immer wenn sie die mal wieder besucht, backt sie einen Kuchen. Die Besatzung ist 14 Tage rund um die Uhr an Bord in Bereitschaft, gefolgt von 14 Tagen Ruhezeit. „Wir sind praktisch eine Männer-WG“, beschreibt Vormann Fader seine Crew. „Wir kochen auch selbst, immer wenn wir zur Ablösung nach Helgoland fahren, gibt es unser Leibgericht rote Bohnen mit Speck und Rührei“. Die DGzRS finanziert sich ausschließlich durch Spenden, ob durch die Schiffchen oder direkte Zuwendungen. „Ohne solche Leute wie Margrit, könnten wir unseren Job nicht machen“, ergänzt Fader. Jeder könne Fördermitglied werden und bestimmen, wie oft oder wie viel gespendet werde. „Wir haben sogar einen sehr starken Stamm an Förderern ausgerechnet in der Schweiz“. Wenn jemand sich am alljährlich stattfinden „Tag der Seenotretter“ entschließe, Fördermitglied zu werden, könne er einmalig an Bord die Fahrt eines Rettungskreuzers mitmachen.
Info über die Seenotretter der DGzRS:
54 Stationen an Nord- und Ostsee mit rund 60 Seenotrettungskreuzern und -booten.
1.000 Seenotretter, davon rund 800 Freiwillige, einsatzbereit bei jedem Wetter, rund um die Uhr
Mehr als 2.000 Einsätze pro Jahr, koordiniert durch die Bremer Zentrale der DGzRS
Seit der Gründung 1865 mehr als 84.500 Gerettete
Finanziert ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen, ohne Steuergelder
Spendenkonto: IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16,  BIC: SBREDE22, Sparkasse Bremen
ww.seenotretter.de




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